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HAUS VERKAUFEN? BEACHTEN SIE DIESE 5 EXPERTEN-TIPPS

17.09.2019

Wer sein Haus verkauft, hat zahlreiche teils sehr unterschiedliche Aufgaben vor sich. Unsere Praxis-Tipps bringen Ihren persönlichen Vermarktungsplan auf Kurs!

Der Kauf einer Immobilie stellt für die meisten Menschen einen einmaligen Vorgang dar. Ganz ähnlich gestaltet es sich im Hinblick auf einen möglichen Verkauf eines Hauses. Üblicherweise befasst man sich mit dem Thema, wenn die Kinder längst selbst eine Familie gegründet haben, die Pensionierung näher rückt und man langsam merkt, dass das einst so perfekt passende geräumige Haus mit Garten sich langsam von der Lust zur Last entwickelt. Doch natürlich kann ein Hausverkauf auch in einer früheren Lebensphase auf dem Plan stehen, beispielsweise weil man für den Job zügeln muss oder ein Haus geerbt hat, das man aber nicht selbst bewohnen möchte. Wir haben fünf Tipps für Sie zusammengestellt, die Sie auf dem Weg zum Kaufvertrag unterstützen werden.

1. KENNEN SIE DEN WERT IHRES HAUSES!

Bevor Sie einen Verkauf in die Wege leiten, gilt es, den Überblick bezüglich einiger Zahlen zu erlangen. Ihr Haus hat einen aktuellen Marktwert, in den die Grösse des Grundstücks, die Bausubstanz und ihr Zustand, die Ausstattung des Hauses, der allfällige Renovationsbedarf, und nicht zu vergessen auch der Standort einfliessen. Eine professionelle Schätzung Ihrer Liegenschaft sorgt für Klarheit. Doch bedenken Sie: Es gibt keine Garantie, dass Sie beim Verkauf auch tatsächlich den berechneten Marktwert realisieren können. Denn der Preis ist am Ende genau der Betrag, den Ihre Käuferin oder Ihr Käufer zu zahlen bereit ist. Wenn Sie beispielsweise unter Zeitdruck verkaufen müssen, wird sich das mit grosser Wahrscheinlichkeit negativ auf den Preis auswirken. Deswegen sollten Sie sich auch bewusst machen, wo Ihre «Schmerzgrenze» liegt respektive ob es einen Mindestbetrag gibt, den Sie aus finanziellen Überlegungen heraus erhalten müssen. Mehr zum Thema Immobilienschätzungen erfahren Sie in diesem Artikel unserer Spezialistin Anja Kalok.

2. STELLEN SIE EINE DOKUMENTATION ZUSAMMEN!

Sicher erinnern Sie sich, wie genau Sie sich informiert haben, bevor Sie sich zum Kauf Ihres Hauses entscheiden konnten. Machen Sie es Interessentinnen und Interessenten möglichst einfach, Zugriff auf alle relevanten Infos über Ihr Haus zu bekommen. Ein aussagekräftiges Dossier enthält Pläne und Grundrisse, selbstverständlich den Grundbuchauszug, professionelle Fotos sowie eine kurze Beschreibung der Lage samt den vorhandenen Angeboten (Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomie, Schulen, medizinische Versorgung usw.). Auch aktuelle Zahlen zu Nebenkosten und Versicherungen können für potenzielle Käuferinnen und Käufer eine wichtige Rolle spielen. Fragen Sie sich am besten: Welche Informationen würde ich selbst erwarten?

3. ANNONCIEREN SIE IHR HAUS!

Nichts verkauft sich von selbst – auch Ihr Haus nicht. Wo Sie die grössten Erfolgsaussichten haben, hängt natürlich stark von Ihrer Zielgruppe ab. Heute ist in beinahe allen Fällen die Ausschreibung auf mindestens einer grossen Online-Plattform unerlässlich, auch Zeitungsinserate können je nach Objekt noch ihre Berechtigung haben. Unsere wichtigste Empfehlung: Starten Sie mit diesen Massnahmen erst, wenn Sie wirklich bereit sind. Haben Sie die passenden Fotos, um Ihr Haus im besten Licht zu präsentieren? Steht die Dokumentation, die Sie auf Anfrage abgeben? Können Sie baldige und verbindliche Besichtigungstermine anbieten? Übrigens stehen Ihnen mehr kostenlose Vermarktungskanäle zur Verfügung, als Sie vielleicht im ersten Moment vermuten würden. Machen Sie beispielsweise in Ihrem Bekanntenkreis publik, dass Sie ein Haus zu verkaufen haben. Nutzen Sie Ihre Social Media Kanäle, um auf das Objekt aufmerksam zu machen. Oder bringen Sie eine Notiz an der Pinnwand an, die viele Supermärkte in der Nähe des Ausgangs haben. Natürlich sollten Sie sich nicht alleine auf diese Gratis-Möglichkeiten verlassen. Aber es gibt keinen Grund, diese nicht zu nutzen!

4. ORGANISIEREN SIE EINE ÜBERZEUGENDE BESICHTIGUNG!

Bei Mietwohnungen ist es üblich, dass mehrere Parteien gleichzeitig zu einer Besichtigung erscheinen. Beim Verkauf eines Hauses sollten Sie einzelne Termine vereinbaren. Erstens zeugt das von der Wertschätzung, die Sie Interessentinnen und Interessenten entgegenbringen. Zweitens erlaubt es Ihnen, ein persönlicheres Verhältnis aufzubauen. Und drittens können Sie deutlich besser auf die Bedürfnisse Ihres jeweiligen Gegenübers eingehen. Für eine fünfköpfige Familie sind völlig andere Punkte wichtig als für das Karriere-Paar ohne Kinderwunsch. Was für die einen vielleicht den entscheidenden Pluspunkt darstellt, kann sich für die anderen sogar als Nachteil entpuppen. Einzel-Besichtigungen geben Ihnen die Möglichkeit, allen Ansprüchen individuell Rechnung zu tragen. Ebenfalls von zentraler Bedeutung: Versuchen Sie nicht, wesentliche Mängel zu verschweigen, da diese sonst im Nachhinein geltend gemacht werden können und Ihnen im ungünstigsten Fall Arglist unterstellt werden könnte.

5. BEREITEN SIE SICH AUF DIE «ZEIT DANACH» VOR!

Falls Sie planen, das Geld aus dem Hausverkauf in Stockwerkeigentum zu investieren, stehen Ihnen einige wesentliche Änderungen bevor. Denn eine Eigentumswohnung unterscheidet sich in weit mehr Punkten vom eigenen Haus, als man vielleicht annehmen möchte. Vor allem Teil einer Eigentümergemeinschaft zu sein und nicht mehr alle Entscheidungen alleine treffen zu können, bedeutet eine massive Veränderung. In unserem Whitepaper zu den Grundlagen des Stockwerkeigentums finden Sie eine Zusammenfassung aller Punkte, mit denen Sie sich vor Ihrer Investition befassen sollten. Machen Sie sich ausserdem bewusst, dass der Verkauf Ihres Hauses auch finanzielle Verpflichtungen mit sich bringt. Wenn Sie das Objekt teurer verkaufen können, als Sie es gekauft haben, wird die sogenannte Grundstückgewinnsteuer fällig. Falls Sie zur Finanzierung Ihres Hauses Pensionskassen-Guthaben vorbezogen haben, müssen Sie es jetzt wieder einbezahlen. Dies kann hinfällig werden, wenn Sie das Geld sofort wieder in eine Immobilie investieren. Am besten sprechen Sie mit einem Vorsorge-Experten darüber.

Alle Punkte, mit denen wir uns in diesem Beitrag beschäftigt haben, beziehen sich auf die Phasen vor und nach dem Verkauf. Mehr zum eigentlichen Verkaufsprozess einschliesslich der Zusammenarbeit mit Banken, Notar und Grundbuchamt finden Sie hier. Schliessen möchten wir mit einem sechsten Tipp, sozusagen als Bonus zu den fünf oben aufgeführten. Sie können die geschilderten Aufgaben natürlich selbst erledigen – nichts davon ist Zauberei. Doch wenn Sie einen möglichst guten Preis für Ihr Haus erzielen und die Belastung Ihrer Nerven auf ein Minimum reduzieren möchten, empfiehlt es sich, im Vorfeld einmal mit einem erfahrenen Makler zu sprechen. Für ein beratendes Erstgespräch stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung!

Adimmo AG
Peter Vögeli
Eidg. dipl. Immobilien-Treuhänder
Mitglied der Geschäftsleitung