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ALTERSGERECHTES WOHNEN – RECHTZEITIG GEPLANT

19.01.2017

Zu zweit in einem Haus für eine Grossfamilie? Stellen Sie jetzt die Weichen für die nächsten Jahre.

Die Kinder sind erwachsen geworden und eines nach dem anderen ausgezogen. Spätestens jetzt wird offensichtlich: Das Haus ist eindeutig für mehr als zwei Personen ausgelegt. Der nicht mehr benötigte Wohnraum verursacht nur unnötige Arbeit und Kosten. Vor diesem Szenario stehen viele Eigenheimbesitzer, die ein Zuhause für eine Familie geschaffen oder gekauft haben. Wer jetzt die Weichen für die Zukunft stellen möchte, beschäftigt sich mit einigen Fragen, die über die reine Quadratmeter- oder Zimmerzahl hinausgehen.

FINANZIELLE TRAGBARKEIT

Die erste Frage, die Sie für sich beantworten sollten: Können Sie sich das Haus und den Unterhalt auch nach der Pensionierung noch leisten? Für den Unterhalt wird etwa 1 Prozent des Immobilienwerts pro Jahr kalkuliert, sowie weitere 2 Prozent als Rückstellungen für grössere Erneuerungen etwa bei Küchengeräten, Sanitärleitungen, Heizung oder Dämmung. Je älter das Haus, desto höher wird der Investitionsbedarf bei allfälligen Sanierungsrunden.

Hinzu kommt: Die laufenden Kosten (Amortisation bei der Bank plus 1 Prozent des Werts für den Unterhalt) sollten 33 Prozent Ihres Bruttoeinkommens nicht übersteigen. Falls dies ohne Erwerbseinkünfte nicht mehr gewährleistet ist, könnte ihre Bank die Tragbarkeit als nicht mehr gegeben betrachten.

TEMPORÄRE ODER DAUERHAFTE LÖSUNG

Weiter sollten Sie sich fragen: Wie oft sind Sie bereit zu zügeln? Können Sie sich überhaupt vorstellen, Ihr Haus gegen eine Wohnung einzutauschen, nur um später vielleicht nochmals in ein Alters- oder Pflegeheim respektive eine betreute Wohnsituation zu wechseln? Ein Zuhause aufzugeben, in dem sie ihre Kinder haben aufwachsen sehen, fällt vielen Menschen verständlicherweise schwer. Emotionale gegen rationale Gründe abzuwägen, ist keine leichte Aufgabe. Es gilt jedoch auch zu bedenken, ob Ihr Nachwuchs einmal in das Haus einziehen möchte oder bereits ein eigenes besitzt beziehungsweise plant. Falls Sie mehrere Kinder haben, lassen sich Kapital oder Wertanlagen leichter vererben als ein Eigenheim. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in unserem Artikel zur Immobilienerbschaft.

ALTERSGERECHT HEISST MEHR ALS «NUR» BARRIEREFREI

Der Wechsel in ein kleineres Haus oder in eine Wohnung gibt Ihnen die Möglichkeit, ein altersgerechtes Zuhause zu wählen. Dieses sollte über eine gute Anbindung an den ÖV verfügen und guten Zugang zu Einkaufsmöglichkeiten und ärztlicher Versorgung bieten – sprich den eigenen PW überflüssig machen. Das bedeutet nicht, dass Sie in die Innenstadt ziehen müssen. Doch das 200-Einwohner-Dörfchen ohne Postauto-Station könnte sich im Laufe der Jahre als immer mühsamer herausstellen, so schön es anfangs auch sein mag. Lassen Sie in diesem Zusammenhang auch die Nähe zu Familien und Freunden nicht ausser Acht. Je grösser die Distanz, desto grösser ist die Gefahr, dass soziale Kontakte seltener werden.

Zu einer altersgerechten Wohnsituation gehört zwingend auch die Barrierefreiheit. Sie gewährleistet, dass Sie Ihre Wohnung auch im höheren Alter ohne Einschränkungen nutzen können. Dies beinhaltet den Zugang zum Gebäude, aber auch beispielsweise schwellenfreie Räume und Sanitäreinrichtungen wie Duschen. Wenn Ihre Kinder gerade erst ausgezogen sind, mag die Notwendigkeit noch weit entfernt erscheinen. Aber weshalb sollte Sie die Barrierefreiheit stören?

Vielleicht möchten Sie nicht nur einen Schritt vorausdenken, sondern bereits für eine Zeit vorsorgen, in der Sie auf Unterstützung angewiesen sein könnten. Es gibt heute Angebote in Wohnanlagen, die sich Ihren sich verändernden Bedürfnissen anpassen. Diese verfügen beispielsweise als Standard über Notrufeinrichtungen, falls Sie stürzen oder ein sonstiger Notfall eintritt. Davon abgesehen handelt es sich einfach um barrierefreie Wohnungen, in denen Sie ein völlig eigenständiges Leben führen. Gleichzeitig besteht allerdings die Möglichkeit, je nach Bedarf Leistungen des betreuten Wohnens zu beziehen, sollte dies notwendig werden.

KEIN PATENTREZEPT

Am Ende des Tages muss bei all diesen Überlegungen und Möglichkeiten eines gewährleistet sein: die Finanzierbarkeit. Haus verkaufen und neue Wohnung kaufen? Haus behalten und Wohnung mieten? Haus bereits jetzt dem Nachwuchs schenken? Die Antworten auf diesen Fragen sind stark abhängig von Ihrer finanziellen Situation, dem Wert Ihres aktuellen Hauses und den Kosten für Ihr künftiges Domizil. Deswegen lässt sich nicht der eine, richtige Weg festlegen. Gerne analysieren wir mit Ihnen die Möglichkeiten und beraten Sie auf dem Weg zu Ihrem neuen, altersgerechten Zuhause.

Adimmo AG
Michael Nickert